Erklärvideo-Skript schreiben: Vorlage und ausgefülltes Beispiel
Ein guter Satz ist noch keine Filmszene. Beim Skript planst du auch, was zu sehen ist, was sich verändert und wie viel Zeit der Betrachter dafür braucht. Hier findest du eine Vorlage und ein vollständig ausgefülltes Beispiel.
Zuerst einen Satz festlegen, der hängen bleiben soll
Bevor du einzelne Szenen schreibst, formuliere die Kernaussage. Zum Beispiel: „Unser Tool sammelt Belege direkt beim Vorgang, damit sie bei der Abrechnung nicht fehlen.“ Das beschreibt eine konkrete Aufgabe. „Unsere Software ist innovativ und effizient“ gibt der Gestaltung dagegen wenig Orientierung.
Daneben steht der nächste Schritt: Soll jemand eine Demo buchen, ein Produkt ansehen oder eine Funktion ausprobieren? Ein Skript braucht ein Ziel, aber nicht zwangsläufig einen Kaufbutton. Publikum, Aussage und Einsatz werden vor der Bildfolge festgelegt.
Bild, Text und Ton gemeinsam planen
Die Vorlage unten trennt vier Dinge: Zeit, sichtbare Handlung, Text im Bild und Ton. So fällt früh auf, wenn eine Szene nur aus einer Behauptung besteht oder der Sprecher etwas erklärt, das im Bild überhaupt nicht vorkommt.
Das ausgefüllte Beispiel ist eine eigene Planungsskizze für eine fiktive Belegsoftware. Es ist kein fertiger FORMFOLGE-Film und beschreibt keine zusätzliche Funktion von BEVRA. Die 30 Sekunden sind eine erste Zeiteinteilung, die in der Gestaltung und beim Vorlesen geprüft wird.
So wird die Aussage zur Szene.
| Zeit | Bild & Handlung | Text im Bild | Sprecher / Ton |
|---|---|---|---|
| 00–04 s | Ein Vorgang mit dem markierten Feld „Beleg fehlt“. | Beleg fehlt. | „Der Beleg ist noch nicht am Vorgang.“ |
| 04–10 s | Eine Belegaufnahme erscheint auf dem Smartphone. Ein Ausschnitt zeigt das Dokument. | Beleg aufnehmen | Kurzer Aufnahme-Ton. Kein Sprecher. |
| 10–17 s | Die Aufnahme wird demselben Vorgang zugeordnet. Seine Kennung bleibt sichtbar. | Dem Vorgang zuordnen | „Nimm ihn auf und ordne ihn direkt zu.“ |
| 17–23 s | Die Prüfansicht zeigt Dokument und Vorgang nebeneinander. Die Freigabe wird bewusst bestätigt. | Prüfen & freigeben | „Prüfen, freigeben, erledigt.“ |
| 23–27 s | Die Übersicht zeigt den Vorgang mit zugeordnetem Beleg. | Beleg am Vorgang | Musik trägt den Übergang. |
| 27–30 s | Produktname und ein gut lesbarer Abschluss stehen ruhig im Bild. | Demo ansehen | Musik endet. Kein zusätzlicher Satz. |
Text auswählen und kopieren. Wiederhole den Szenenblock so oft, wie du ihn brauchst.
Pro Szene eine erkennbare Veränderung
Eine Szene sollte etwas beitragen: Ein Beleg fehlt, wird aufgenommen, erscheint am Vorgang oder wird geprüft. Wenn zwei Szenen denselben Zustand zeigen, braucht es einen Grund für die Wiederholung. Eine neue Kameraperspektive allein ist noch keine neue Aussage.
Achte auf den Übergang. Bleibt der Vorgang erkennbar, während das Bild wechselt? Sieht man, wohin die Aufnahme gelangt? Eine durchgehende Auftrags- oder Belegkennung kann mehr erklären als ein zusätzlicher Satz. In einer technischen Animation erfüllt eine markierte Baugruppe dieselbe Aufgabe.
Den Text einmal laut lesen und die Handlung mitdenken
Sprich den Text in einem normalen Tempo und stoppe die Zeit. Danach prüfe, ob man gleichzeitig die Bewegung verfolgen und den Text im Bild lesen kann. Falls nicht, wird zuerst gekürzt oder die Szene anders aufgebaut. Schneller sprechen löst das Verständnisproblem selten.
Sprechertext und eingeblendeter Text müssen nicht identisch sein. Ein kurzes Wort kann einen Zustand benennen, während die Stimme den Zusammenhang erklärt. Ohne Sprecher muss die Bildfolge selbst verständlich bleiben. Musik und einzelne Geräusche können Übergänge unterstützen, aber keine fehlende Erklärung ersetzen.
Vor der Animation prüfen, nicht erst am fertigen Film
Lies die Bildfolge aus Sicht eines neuen Kunden: Erkennt er das Produkt? Versteht er den gezeigten Unterschied? Und weiß er, was er danach tun kann? Bei technischen oder softwarebezogenen Aussagen wird zusätzlich die tatsächliche Funktion bestätigt.
Das Skript ist eine Arbeitsgrundlage, kein Text, der unverändert bis zum Ende bleiben muss. Styleframes und ein Szenenplan zeigen anschließend, wie es visuell funktioniert. Wenn du ein Video beauftragst, brauchst du diese Vorbereitung nicht allein zu erledigen – offene Punkte werden gemeinsam geklärt.
- Jede Szene hat eine sichtbare Aufgabe.
- Produktzustände und Aussagen sind fachlich geprüft.
- Text lässt sich in der vorgesehenen Zeit lesen oder sprechen.
- Der Abschluss passt zum Ziel des Films.
Häufige Fragen
Muss ich für eine Anfrage bereits ein Skript schreiben?
Nein. Beschreibe dein Produkt und was das Video erreichen soll. Das Skript und die Bildfolge können Teil der beauftragten Konzeption sein.
Wie viele Wörter passen in ein Erklärvideo?
Eine feste Wortzahl hilft nur begrenzt. Sprechtempo, Pausen, Fachbegriffe und die sichtbare Handlung beeinflussen die nötige Zeit. Lies den geplanten Text laut und prüfe ihn zusammen mit der Bildfolge.
Ist ein Skript dasselbe wie ein Storyboard?
Das Skript beschreibt Inhalt, Handlung und Ton. Ein Storyboard zeigt die geplanten Bilder und ihre Reihenfolge. Beide können zusammen verwendet werden; nicht jedes Projekt braucht ein ausführlich gezeichnetes Storyboard.
