FORMFOLGE / PLANUNG / BILDVORLAGE

Storyboard für ein Erklärvideo: Vorlage und ausgefülltes Bildbeispiel

Ein Storyboard macht sichtbar, was später im Erklärvideo passiert. Du prüfst Bildfolge, Blickführung und Übergänge, bevor die Animation entsteht. Hier findest du ein ausgefülltes Beispiel mit sechs Bildentwürfen und eine kopierbare Vorlage für die eigene Planung.

Von Kerim Akgül
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Ein Storyboard plant Bilder, kein zweites Skript

Ein Skript beschreibt Aussage, Handlung und gegebenenfalls Sprechertext. Das Storyboard übersetzt diese Informationen in konkrete Ansichten: Was steht wo? Was bewegt sich? Welches Detail wird groß? Wie führt ein Bild in das nächste?

Dafür braucht es keine fertigen Illustrationen. Eine einfache Skizze mit wenigen Formen kann reichen. Sie muss aber zeigen, wie der Zuschauer die Handlung erkennt. Sechs identische Kästen mit anderem Text sind noch keine brauchbare Bildplanung.

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Ausgefülltes Beispiel: vom Eingang zur sortierten E-Mail

Die Bildfolge zeigt einen fiktiven E-Mail-Ablauf. Eine Nachricht kommt an, wird geöffnet, anhand einer Regel zugeordnet und landet im passenden Bereich. Der Abschluss zeigt den neuen Zustand im Postfach.

Die sechs Skizzen wurden für diesen Artikel erstellt. Sie sind ein Anschauungsbeispiel, keine ursprünglichen Produktionsunterlagen von RILO. Die freie Studioarbeit RILO zeigt ein verwandtes Thema als fertige Animation.

FORMFOLGE / BILDPLANUNG & PRAXIS

Sechs Bilder machen den Ablauf prüfbar.

Storyboard-Skizze 1: Eingang einer E-Mail

01 / Eingang

Eine Nachricht erscheint im Posteingang.

Bewegung
Karte bewegt sich ins Bild.
Text
Neue Anfrage
Storyboard-Skizze 2: Öffnen einer E-Mail

02 / Öffnen

Die relevante Nachricht wird vergrößert.

Bewegung
Nahansicht übernimmt die Position der Karte.
Text
Betreff und Inhalt
Storyboard-Skizze 3: Regel einer E-Mail

03 / Regel

Bedingung und Ziel werden nebeneinander sichtbar.

Bewegung
Zuerst die Bedingung, dann die Zuordnung.
Text
Neue Anfrage → Vertrieb
Storyboard-Skizze 4: Zuordnen einer E-Mail

04 / Zuordnen

Nachricht und Zielbereich sind gleichzeitig sichtbar.

Bewegung
Die Karte bewegt sich zum markierten Bereich.
Text
Vertrieb
Storyboard-Skizze 5: Sortieren einer E-Mail

05 / Sortieren

Der Bereich Vertrieb wird in der Übersicht hervorgehoben.

Bewegung
Die Ansicht fährt in die Übersicht zurück.
Text
Posteingang / Vertrieb
Storyboard-Skizze 6: Ergebnis einer E-Mail

06 / Ergebnis

Die Nachricht liegt im richtigen Bereich.

Bewegung
Die Bewegung endet am sichtbaren Status.
Text
Im Bereich Vertrieb

Text auswählen, kopieren und pro Szene ergänzen.

Die Skizzen oben sind eigene Entwürfe für diesen Beitrag.
Eigene Bildentwürfe für diesen Artikel; keine historischen Produktionsunterlagen oder Kundenarbeit.
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Das sollte unter jedem Bild stehen

Benenn zuerst die Aussage der Szene. Beschreibe dann die sichtbare Handlung, den Text und die Bewegung. Ein Übergang ist sinnvoll, wenn er den Zusammenhang hält: Die Nachricht bewegt sich beispielsweise aus dem Eingang direkt in die Detailansicht.

Zeitangaben sind zunächst Richtwerte. Sie helfen, einen überladenen Film zu erkennen. Wenn gleichzeitig eine Regel erklärt, ein Menü gezeigt und ein längerer Text gelesen werden soll, braucht die Szene eine klarere Aufteilung.

  • Aussage: Was soll der Zuschauer an dieser Stelle verstehen?
  • Bild: Was sieht man, was steht im Mittelpunkt?
  • Bewegung: Was verändert sich sichtbar?
  • Text und Ton: Was muss gelesen oder gehört werden?
  • Übergang: Wie wird der nächste Schritt verbunden?
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So prüfst du die Bildfolge vor der Animation

Gehe die Entwürfe ohne zusätzliche mündliche Erklärung durch. Ist klar, woher die Nachricht kommt und wohin sie geht? Kann man die Regel erkennen? Bleibt der entscheidende Text groß genug? Wenn du eine Szene erst lange erklären musst, fehlt wahrscheinlich etwas im Bild.

Prüfe auch fachliche Aussagen: Entspricht der Ablauf dem tatsächlichen Produkt? Ist ein Status wirklich verfügbar? Diese Freigabe ist etwas anderes als die Frage, ob die Gestaltung gefällt. Beides wird vor der fertigen Animation abgestimmt.

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Vorlage zum Kopieren oder Ausdrucken

Unter dem Bildbeispiel steht eine kompakte Vorlage. Du kannst sie kopieren und pro Szene ergänzen. Für einen ersten Entwurf reichen Stichpunkte; der Aufbau soll dir helfen, offene Fragen zu erkennen.

Du musst das Storyboard nicht vor einer Anfrage selbst erstellen. Bei FORMFOLGE entsteht die Szenenplanung gemeinsam aus deinem Produkt und dem Ziel des Films. Eine vorhandene Skizze kann ein Einstieg sein, ist aber keine Voraussetzung.

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Wann das Storyboard noch geändert werden sollte

Wenn Reihenfolge, Aussage oder Anzahl der Szenen nicht passen, ändere sie vor der Animation. Zu diesem Zeitpunkt sind grundlegende Entscheidungen wesentlich leichter zu beurteilen und umzusetzen als im fertig berechneten Film.

Spätere Änderungen sind möglich, können aber neue Szenen, Ton oder Bildberechnungen benötigen. Umfang und Korrekturen werden im Angebot vereinbart. Ein freigegebener Szenenplan gibt beiden Seiten eine nachvollziehbare Grundlage.

Häufige Fragen

Muss ich gut zeichnen können?

Nein. Rechtecke, Pfeile und kurze Notizen reichen, wenn damit Bildaufbau und Handlung verständlich werden. Für ein Projekt wird der Entwurf anschließend gestalterisch ausgearbeitet.

Ist das Storyboard schon die finale Gestaltung?

Nicht zwingend. Es legt die Bildfolge fest. Ein zusätzlicher Stilentwurf kann Farben, Materialien, Typografie und die spätere Bildwirkung genauer zeigen.

Brauche ich ein Storyboard für eine Anfrage?

Nein. Ein Produktlink, eine Kundenfrage und der geplante Einsatz reichen als Anfang. Die Szenenplanung gehört zur Entwicklung des Videos.