FORMFOLGE / FORMATWAHL

2D- oder 3D-Animation: Was passt zu deinem Produkt?

Eine App braucht andere Bilder als ein Getriebe. Die Frage ist deshalb: Was muss dein Kunde sehen, damit er dein Produkt versteht? Daraus ergibt sich, ob 2D, 3D oder eine Kombination sinnvoll ist.

Von Kerim Akgül
01 / 05

Was soll im Film sichtbar werden?

Wenn du eine Buchung in deiner Software erklären möchtest, muss man die Eingabe und das Ergebnis erkennen. Dafür braucht es meist keine räumliche Kamerafahrt. Eine gut gestaltete Oberfläche mit gezielten Bewegungen kann die Aufgabe besser lösen.

Wenn dagegen zwei Bauteile ineinandergreifen, reicht eine Oberfläche nicht. Hier geben Perspektive, Schnitt und Bewegung den nötigen Zusammenhang. Entscheidend ist der Blick, den dein Kunde braucht – nicht die technisch aufwendigste Methode.

  • Bedienung und Informationen: zunächst 2D prüfen.
  • Form, Material und verdeckte Mechanik: zunächst 3D prüfen.
  • Eine Eingabe verändert ein physisches Produkt: beide Ebenen verbinden.
02 / 05

2D macht Abläufe und Informationen lesbar

Bei 2D-Animation bewegen sich beispielsweise Texte, Symbole, Illustrationen oder UI-Elemente. Eine Auswahl wird hervorgehoben, eine Karte wechselt ihren Zustand und eine Bestätigung schließt die Handlung ab. Das kann sachlich, verspielt oder sehr hochwertig aussehen.

Für Software-Demos ist die Reduktion oft der wichtigste Teil: Welche Felder braucht man, um die Aktion zu verstehen? Was lenkt nur ab? Eine animierte Oberfläche muss zum echten Produkt passen, darf für den Film aber gezielt aufgeräumt werden.

FORMFOLGE / ANSCHAULICH PLANEN

Welche Bilder braucht dein Produkt?

Eigene Gestaltungsskizze: flache App-Oberfläche neben einem räumlich dargestellten Produkt
Die Aufgabe entscheidet über das Format
Die Aufgabe2D3D
Eine App bedienenRelevante Eingabe und Ergebnis in der Oberfläche zeigen.Räumliche Einbettung nur, wenn sie der Anwendung hilft.
Form und Material zeigenFotos oder Illustrationen gezielt bewegen.Perspektive, Oberfläche und Licht am Modell gestalten.
Innere Mechanik erklärenEin Prinzip als reduzierte Grafik zeigen.Bauteile, Schnitt und räumliche Bewegung verbinden.
Bedienung verändert die MaschineDie Eingabe und Rückmeldung zeigen.Die bestätigte Wirkung an der Baugruppe zeigen.
Entscheidungshilfe von FORMFOLGE. Die Auswahl richtet sich nach Aussage und benötigten Ansichten.
03 / 05

3D gibt dem Produkt Raum

In einer 3D-Animation werden räumliche Modelle gestaltet und bewegt. Du kannst ein Gerät drehen, einen Anschluss aus der Nähe zeigen oder das Gehäuse öffnen, ohne das Produkt für jede Aufnahme neu aufzubauen. Licht und Material bestimmen, wie seine Oberfläche wirkt.

Bei einem technischen Film kommt es außerdem auf die richtige Geometrie und Bewegung an. Eine schöne Explosionsansicht ist noch keine Erklärung. Man muss erkennen, wie Teile zusammengehören und was ihre Verbindung bewirkt. Dafür werden Modelle und Abläufe mit dem Hersteller abgestimmt.

04 / 05

Der Aufwand hängt nicht nur von der Dimension ab

Eine reduzierte 3D-Szene mit einem brauchbaren Modell kann überschaubarer sein als eine detailreiche 2D-Erklärung mit vielen eigenen Illustrationen. Umgekehrt kann eine neue Maschine mit Innenleben erheblichen Modellierungsaufwand verursachen. „2D ist günstig, 3D ist teuer“ hilft dir bei der Planung deshalb kaum.

Für ein Angebot zählen vor allem: Was muss neu entstehen? Wie viele Abläufe werden gezeigt? Wie genau müssen sie stimmen? Und wie viele Filmfassungen werden gebraucht? Zuerst wird die Bildidee festgelegt. Dann lässt sich der Aufwand belastbar einschätzen.

05 / 05

Oft ist die Kombination die beste Lösung

Stell dir eine Maschinensteuerung vor: In der Oberfläche wird ein Format ausgewählt. Danach zeigt eine räumliche Ansicht, welche Teile sich verstellen. Anschließend erscheint die Rückmeldung. So verbinden sich Bedienung und Wirkung in einer verständlichen Bildfolge.

Du musst dich vor einer Anfrage nicht für eine Technik entscheiden. Ein Produktlink und die Frage, die der Film beantworten soll, reichen für den Einstieg. Die Gestaltung folgt der Aufgabe; sie kann auch innerhalb eines Films zwischen 2D und 3D wechseln.

Häufige Fragen

Ist 3D automatisch hochwertiger als 2D?

Nein. Eine klare, gut gestaltete UI-Animation kann überzeugender sein als eine aufwendige 3D-Szene ohne erkennbare Aussage. Hochwertig wird der Film durch die passende Bildidee, Gestaltung und Bewegung.

Brauche ich bereits ein 3D-Modell?

Nicht zwingend. Vorhandene Daten werden zuerst geprüft. Fehlt ein Modell, wird geklärt, welche Ansichten und technischen Unterlagen für seine Erstellung nötig sind.

Kann ein bestehender 2D-Film später 3D-Szenen bekommen?

Das ist möglich. Dafür werden Gestaltung, Übergänge und benötigte Modelle geprüft. Neue Szenen sollten sich in die Aussage des Films einfügen, statt nur als zusätzlicher Effekt aufzutauchen.