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Software im Film: 7 Dinge, die ich an jeder Oberfläche ändere

Wer seine Software einfach abfilmt, zeigt alles: Ladezeiten, leere Testdaten und Menüs, die mit der Aussage nichts zu tun haben. Deshalb baue ich Oberflächen für den Film nach. Sie sehen danach aus wie Ihr Produkt, lesen sich aber wie ein Film. Hier sind die sieben Eingriffe, die ich an jeder Oberfläche vornehme – und die eine Regel, die dabei nie gebrochen wird.

Von Kerim Akgül
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Warum eine Bildschirmaufnahme selten reicht

Eine Oberfläche ist für Menschen gebaut, die damit arbeiten. Sie zeigt viele Informationen gleichzeitig, weil der Nutzer selbst entscheidet, wohin er schaut. Ein Film hat diesen Luxus nicht: Er läuft weiter, ob der Zuschauer die richtige Stelle gefunden hat oder nicht.

Deshalb übersetze ich Ihre Oberfläche. Farben, Schrift, Formen und Anordnung bleiben, damit man Ihr Produkt erkennt. Alles andere wird der Aussage untergeordnet. Der Vergleich unten zeigt den Unterschied an einer Zahlungsansicht.

ZAHLUNGSANSICHT / VORHER – NACHHER

Dieselbe Funktion, zwei Wirkungen.

Bildschirmaufnahme

Alles gleichzeitig, kleine Schrift, Testdaten. Der Zuschauer muss selbst suchen.

Film-Oberfläche

Eine Zahlung, eine Zahl, eine Farbe. Der Blick weiß sofort, wohin.

  1. 1Beispieldaten
  2. 2Ohne Menüs
  3. 3Ein Zustand
  4. 4Große Zahl
  5. 5Bewegung
  6. 6Blickführung
  7. 7Eine Akzentfarbe
Schematische Darstellung mit erfundenen Daten, angelehnt an GEGENPROBE.
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Beispieldaten statt Testdaten

„Testkunde 1“, „asdf“ und 0,00 € zerstören jede Glaubwürdigkeit. Im Film steht „Hoffmann Foods“, „Palettierzelle, zwei Linien, Kartons bis 38 kg“ oder „buchhaltung@moorbeck-stahlbau.de“. Das sind erfundene, aber plausible Daten, in denen sich Ihre Zielgruppe wiedererkennt.

Echte Kundendaten kommen nie in den Film. Ist Ihre Funktion noch nicht veröffentlicht, unterschreibe ich auf Wunsch vorher eine Geheimhaltungsvereinbarung.

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Navigation und Menüs raus

Seitenleiste, Kopfzeile, Benachrichtigungen, Hilfe-Symbol: Alles, was nicht zur Aussage gehört, verschwindet. Übrig bleibt der Bereich, in dem gerade etwas passiert. Ihre Marke erkennt man trotzdem – an Farben, Schrift und Formen, nicht an der Menüleiste.

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Ein Zustand pro Szene

In echter Software passiert viel gleichzeitig. Im Film ändert sich pro Szene genau eine Sache: Die IBAN wird eingetragen. Die Zahlung hält an. Der Status springt auf „Freigegeben“. Wer zwei Veränderungen gleichzeitig verfolgen muss, verpasst meist beide.

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Schrift und Zahlen größer

Auf einem Monitor ist kleine Schrift kein Problem. Im Hochformat auf dem Smartphone ist der ganze Film vielleicht so breit wie eine Hand. Die Zahl, um die es geht – 22 Minuten, 48.300 €, 214 Positionen –, muss auch dort lesbar sein. Deshalb steht sie im Film deutlich größer als in der echten Oberfläche, und unwichtige Spalten fallen weg.

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Bewegung statt Ladebalken

Ladezeiten und Seitenwechsel gibt es im Film nicht. An ihre Stelle tritt Bewegung, die etwas erklärt: Bei GEGENPROBE fliegt die IBAN aus der Mail als Objekt in die Stammdaten des Lieferanten. Bei VORN schnappt ein grauer Balken zu einer kurzen orangen Linie zusammen. So sieht der Zuschauer, woher eine Information kommt und wohin sie geht.

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Den Blick führen

Kamera, Licht und Unschärfe zeigen, wohin man schauen soll. Die Kamera fährt an die Absenderadresse heran, der Rest des Bildes tritt zurück. In einer Bildschirmaufnahme muss der Zuschauer selbst suchen – und sucht oft an der falschen Stelle.

IM FERTIGEN FILM

So sieht das in VORN und GEGENPROBE aus.

VORN: Konfigurator der Palettierzelle neben dem 3D-Modell, darunter eine orange Zeitleiste

Ohne Menüs, eine Akzentfarbe

VORN zeigt nur den Konfigurator. Die orange Zeitleiste ist die Lösung.

GEGENPROBE: Zahlung 41 an Moorbeck Stahlbau, die Bankprüfung passt nicht, Bildtext Stimmt nicht

Ein Zustand, ein geführter Blick

Zahlung 41 passt nicht. Unschärfe und Rot lenken den Blick.

GEGENPROBE: die Adressen rnoorbeck und moorbeck übereinander, Bildtext Ein Buchstabe

Groß, was zählt

Zwei Adressen übereinander. Nur „rn“ und „m“ unterscheiden sich.

Beide Filme sind freie FORMFOLGE-Studioarbeiten mit erfundenen Firmen und Beträgen. Fallstudie GEGENPROBE ansehen ↗
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Eine Farbe für die Aussage

Bei VORN ist das Problem grau und die Lösung orange. Bei GEGENPROBE kippt das Licht auf Rot, als die eine Zahlung nicht passt. Eine Akzentfarbe, die nur für die Aussage verwendet wird, macht den Nutzen auch ohne Ton sichtbar. Ihre Markenfarben bleiben erhalten; die Akzentfarbe bekommt nur eine feste Aufgabe.

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Die Grenze: keine Funktion, die es nicht gibt

Vereinfachen heißt weglassen, nicht erfinden. Ein Film darf keinen Ablauf zeigen, den Ihre Software nicht kann, und keine Zahl versprechen, die Sie nicht belegen können. Jede nachgebaute Ansicht geben Sie deshalb als Schlüsselbild frei, bevor animiert wird.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Weil der Film Ihre Oberfläche nicht abfilmt, bleibt er aktuell, wenn sich Details ändern. Ein neuer Button oder eine verschobene Spalte fällt im Film nicht auf.

Häufige Fragen

Sieht der Film dann noch wie unsere Software aus?

Ja. Farben, Schrift, Formen und die Anordnung der wichtigen Elemente bleiben. Ihre Nutzer erkennen das Produkt sofort – nur ohne das, was im Film ablenkt.

Was brauchen Sie dafür von uns?

Screenshots der wichtigen Ansichten, einen Testzugang oder Figma-Dateien. Oft reicht eine kurze Vorführung, um die Abläufe zu verstehen.

Wann ist eine Bildschirmaufnahme doch besser?

Bei Anleitungen und Support-Videos, in denen jeder Klick zählt und Nutzer die echte Oberfläche wiedererkennen müssen. Für Website, Vertrieb und Anzeigen ist die nachgebaute Oberfläche fast immer stärker.